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Das religiöse Buch des Monats Dezember 2002 Karl Heinz König / Karl Joseph Klöckner: "beten - singen - feiern: ein Gebet und Meßbuch für Kinder" Die Grundfrage stellt sich Sonntag für Sonntag. Und sie stellt sich in einer Zeit der organisatorischen Neustrukturierungen gewachsener (Lebens-) Gemeinden besonders drängend: Wie kann bei gewaltig umbrechenden Glaubensvollzügen ein Kindergebet- und Kindermeßbuch aussehen? Die durch zahlreiche - auch religionspädagogische - Handreichungen bekannten Autoren Karl Heinz König und Karl Joseph Klöckner wagen erfolgreich den Versuch der Verbindung von alt Vertrautem mit mutigen neuen Akzenten und Bezügen zum Hier und Heute in der Kirche. Wer sich darauf einlässt, hat ein Kompendium für jung und alt der uns vorgegebenen und vorgelebten Stukturen zu den Themenkreisen Gebet, Besinnung, Versöhnung und Eucharistie in der Hand, das durch Fotos und Bilder Platz lässt zum Atmen, Neuentdecken und Erkennen. Für die Hand von Kindern und Eltern eignet sich der durch einen flexiblen Einband anschmiegsame Begleiter für den gemeinsamen Einstieg und Vollzug des christlichen Alltags- und Gemeindelebens. Er bezieht ausdrücklich die gesamte Schöpfung mit ein, verweist auf die geschwisterliche Bindung zwischen den Menschen und stellt für den Christen behutsam Bezüge zum Glauben anderer Menschen guten Willens her, indem Texte Andersgläubiger einbezogen werden. Texte von visionären Persönlichkeiten (hl. Hildegard von Bingen) und zu Klassikern gewordene religiöse Gemälde (von Chagall, Nolde, Picasso) sind ein gutes Gegengewicht zu den Gottesdienstfotos, die ihrerseits wiederum die Bodenhaftung zum Ausdruck bringen. Während in den Kapiteln zu Gebet, Buße und Beichte sowie Eucharistie ganz klar und kompromißlos die gewohnten Formen in einer auch für wenig Praktizierende zugänglichen Form dargeboten werden, schärft gerade das Kapitel "Nachsinnen" lebensnah das Verständnis sowohl für die uns bekannten wie auch für eher ungewöhnliche Wahrnehmungsmöglichkeiten. Kein spektakuläres Buch. Gerade deshalb und seiner Klarheit und Offenheit für bewährte und neue Formen religiösen Lebens wegen sehr beachtenswert. Karl Heinz König / Karl Joseph Klöckner: "beten - singen - feiern: ein Gebet und Meßbuch für Kinder" Kösel, München 2002 120 S., ISBN 3-46636605-4, broschiert, 7,95 Euro | |
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Das religiöse Buch des Monats November 2002 Peter Seewald: "Grüß Gott. Als ich begann, wieder an Gott zu denken" Angesichts des sonstigen Nachdenkens über Kirchenaustritte in Deutschland wirkt ein Buch über einen Wiedereintritt in die Kirche umso erstaunlicher. Der Journalist Peter Seewald berichtet in "Grüß Gott" in offener Weise, wie er sich als junger Mann im Protest gegen die kleinbürgerliche Gesellschaft dem Kommunismus zugewandt hatte und aus der Kirche ausgetreten war, um schließlich nach 25 Jahren in einer mittlerweile weitgehend säkularisierten Gesellschaft wieder zur Religion und zur katholischen Kirche zurückzukehren. Sein Buch über den Verlust undn die Wiederentdeckung seines Glaubens ist ein sehr persönliches Buch, die Schilderung eines individuellen Lebenswegs. Dieses persönliche Moment steht in Seewalds Darlegung jedoch nicht im Vordergrund, denn der Autor will vor allem die Gründe für seine Entscheidung, also den Inhalt seines Glaubens, vermitteln - Jesus Christus. Es geht bei Seewalds Spurensuche nach der (Wieder- oder Neu-) Entdeckung des christlichen Glaubens in unserer Zeit hauptsächlich um die Frage: Wie spricht Jesus den Nichtgläubigen von heute an? Aus dieser Fragestellung ergibt sich eine Sichtweise, die auf den innersten Kern des christlichen Glaubens abzielt. Gerade aus der Distanz der Außenansicht heraus entdeckte der Autor, dass das Christentum "einfach die modernste und beste Art ist, ein Leben zu führen". In einer Umgebung, die viele Werte und Maßstäbe verloren bzw. aufgegeben hat, bietet das Christentum Orientierung, weil es dem Menschen Sinn gibt und ihm ewiges Leben verheißt. Von diesen Gedanken aus fiel es Peter Seewald nicht schwer, den letzten Schritt zu tun und wieder in die Kirche einzutreten, die er als jene Glaubensgemeinschaft zu sehen gelernt hat, die trotz allelr Sünden und Unzulänglichkeiten in ihrer Geschichte doch 2000 Jahre lang treu die christliche Botschaft verkündet hat. Der Autor will mit diesem Buch keine stringent argumentierende Verteidigung des christlichen Glaubens und der Kirche bieten, seine Ausführungen legen vielmehr die eigenen Erfahrungen und Gedanken von einem persönlichen Standpunkt aus in mutiger Offenheit dar. Gerade auf diese Weise mag das Buch nicht nur viele Katholiken ein Anstoß sein, sich rückzubesinnen auf die Gründe des eigenen Glaubens, vielleicht kann es auch für manche der Kirche noch fern stehende Leser eine Ermutigung zum (Wieder-) Eintritt sein. Seewald, Peter: "Grüß Gott. Als ich begann, wieder an Gott zu denken" Deutsche Verlagsanstalt, München, 2002 160 S., 19,90 Euro |
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Das religiöse Buch des Monats Oktober 2002 Erich Purk / Michael Blum: "Einen Engel wünsch ich dir" Die Engelthematik ist schon seit einigen Jahren wieder einmal modern. Zahlreiche theologische Sachbücher wurden verfasst, die Tradition von Engeldarstellungen häufig betrachtet, und in etlichen Geschenkbändchen wurde wirtschaftlich der Rahm von der Aktualität des Themas abgeschöpft. Jetzt kehrt langsam Ruhe und Nachdenklichkeit ein, und gerade zu diesem Zeitpunkt ist dem in der Frankfurter City-Pastoral tätigen Kapuziner Erich Purk und dem Kölner Künstler Michael Blum ein fundierter Band gelungen, der mit Texten und neuen Illustrationen (aus den Jahren 2000 und 2001) zur Reflexion einlädt. Den zehn thematischen Kapiteln (unter anderem "Einen Engel, der dir den Weg weist"; "... der dir Brücken baut") stellt Purk eine Einführung voran, in der er seine Ausfühhrungen und die Beziehungen zwischen Menschen und Engeln erdet, indem er diese an die Verbindung mit Gott unabdingbar koppelt. Purks Texte begleiten den Leser durch die Freuden und Nöte des Alltags, fragen nach seiner Hilfsbedürftigkeit undn seiner Hoffnung und setzen sie in bezug zur Sehnsucht nach Schutz und Beistand durch vom Glauben an Gott inspirierte Türöffner, Lichtgeber und Vermittler. Dies geschieht nicht nur in einer einfachen, durch die alltägliche Lebenserfahrung nachvollziehbaren Sprache. Purk weist ergänzend auf zahlreiche Prophetenworte des Alten Testamentes und Aussagen Jesu hin, die unseren heutigen schnelllebigen Einsichten Halt und Fundierung geben können. Diese explizite Verbindung zur Bibel bietet Leserinnen und Lesern die Chance, sich über das Thema Engel auch wieder einmal mit der biblischen Botschaft auseinanderzusetzen, was mit Blick auf das bevorstehende Aktionsjahr "Suchen. Und finden. 2003. Das Jahr der Bibel" besonders zu begrüßen ist. Gedichte verschiedener Autoren (unter anderem von Hilde Domin, Lothar Zenetti, Jörg Zink) ergänzen die theologisch fundierten Texte und bieten einen zusätzlichen und in guter Weise ergänzenden Zugang zur Thematik. Dominiert wird der Titel von den insgesamt 16 (teilweise farbigen) Illustrationen Michael Blums. Es zeichnet die Qualität des Bandes aus, dass diese in der bekannten Farbgebung und dem klaren Pinselstrich ausgeführten Bilder nicht nur einfach den Texten zugegeben werden, sondern in einem eigenen Kapitel "Sprache der Bilder" von der Münsteraner Sprachwissenschaftlerin Edeltraut Bülow kommentiert werden. Erich Purk (Text) / Michael Blum (Illustrationen): "Einen Engel wünsch ich dir" Verlag Kath. Bibelwerk, Stuttgart, 2002 ISBN 3-460-33152-6; fest geb.; 9,90 Euro |
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Das religiöse Buch des Monats September 2002 Marc Gellmann und Thomas Hartman: "Wo steckt Gott?" Der jüdische Rabbi Marc Gellman und der römisch-katholische Monsignore Thomas Hartman, beide aus New York, haben gemeinsam bereits einige Bücher über religiöse Themen für junge Leser verfasst. Die Katastrophe des 11. September 2001 war für die beiden Autoren Anlass zu einem neuen Buch für Jugendliche, das unter dem Titel "Wo steckt Gott?" der Frage nachgeht, "wie wir mit schlechten Nachrichten leben können". Nach einem Vorwort von Ulrich Wickert zur deutschen Ausgabe geht es in der allgemeinen Einführung um die Notwendigkeit, sich den schlechten Nachrichten zu stellen, mit denen wir in den Medien ständig konfrontiert werden - auch wenn wir oft lieber wegschauen möchten, weil uns die Vielzahl von schlimmen Ereignissen Angst macht. Darauf folgen elf Kapitel, in denen zu einzelnen Themen (Terrorismus, Gewalt an Schulen, Hunger, Naturkatastrophen, Verkehrsunfälle, Gewalt in der Familie, Umweltverschmutzung, Krankheit und Tod ...) jeweils die traurige Wirklichkeit beschrieben wird, ehe unter der Überschrift "Was du verstehen musst" die Ursachen erklärt und dann in einem Abschnitt "Was du tun kannst" Handlungsmöglichkeiten für jeden einzelnen aufgezeigt werden, seinen Beitrag zu leisten, um das jeweilige Übel wenigstens ein Stück weit aus der Welt zu schaffen. Die Autoren legen großen Wert darauf zu zeigen, dass ein Großteil des Leidens auf dieser Welt von den Menschen selbst verursacht wird und deshalb nicht Gott angelastet werden darf. Auf der anderen Seite bleibt die Erkenntnis, dass auch die Welt, so, wie sie von Gott geschaffen wurde, alles andere als vollkommen ist. Die Autoren sehen darin aber keinen Anlass, vom Glauben an einen guten Gott Abschied zu nehmen, sondern vielmehr einen Auftrag, an der notwendigen Verbesserung der Welt mitzuarbeiten. Sie möchten die jungen Leser ermutigen, auch in der bedrückenden Fülle der schlechten Nachrichten die Maßstäbe für eine klare Unterscheidung von richtig und falsch nicht aus dem Auge zu verlieren, die vorhandenen Gefahren vernünftig einzuschätzen und - trotz mancher berechtigter Sorgen - mit einem prinzipiellen Gottvertrauen hoffnungsvoll an die Gestaltung der Zukunft heranzugehen. Diese grundsätzliche Zuversicht kommt auch zum Ausdruck in dem bei aller Ernsthaftigkeit humorvollen und unkomplizierten Schreibstil, der viele junge Menschen anzusprechen vermag. Gellman, Marc; Hartmann, Thomas: "Wo steckt Gott?" Carlsen Verlag, Hamburg, 2002 144 Seiten, 12 Euro |
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Das religiöse Buch des Monats August 2002 Christa Spilling-Nöker: "Behutsam will ich dich begleiten" Für dieses Buch braucht der Leser Zeit. Zeit der Ruhe, Zeit der Muse, Zeit für Grenzerkenntnisse. Die Texte des kleinen Geschenkbandes beschreiben verschiedene Facetten und Intensitäten des Themas Abschied, Abschied von geliebten Menschen, vom eigenen Wohlergehen, vom Leben. Die poetische Dichte der kurzen, klaren und bedenkenswerten Zeilen bietet die Chance zum Innehalten, zur Reflexion. Teilweise wird das Leiden an Schmerzen, das Sterben, der Tod, der Weg des Abschieds von geliebten jungen und alten Menschen unmittelbar angesprochen. Die inhaltliche Stärke für den aufnahmebereiten Leser liegt jedoch gerade in den Texten, die Abschiedsschmerzen und Trennungsahnungen eher indirekt ansprechen und dazu einladen, im vollen Lebenslauf dieser Realität Beachtung (und sich selbst vorbereitende Zeit) zu schenken. Die aquarellartigen kleinen Landschaftsaufnahmen aus dem Fundes des Bildarchivs Kiefel tragen durch ihre Farbmelodien zum Gelingen des Prozesses bei. Sie harmonieren auf angenehme Weise mit der buchtechnisch schönen Machart des Bändchens. Ihm kommt in der Vielfalt von Geschenkbüchern gerade auch wegen seiner optischen Präsentation ein besonderer Rang zu. Der Autorin, die bereits mit zahlreichen Sammlungen sehr authentischer Texte hervorgetreten ist, ist als evangelische Pfarrerin im Schuldienst tätig. Als Theologin und Pädagogin schöpft sie erkennbar aus der Vielfalt ihrer alltäglichen Erfahrungen. Sensibilisiert durch ihre psychologische Feinfühligkeit kann sich der Leser eingeladen sehen, sich gerade in Zeiten der Ruhe mit diesen Texten auseinander zu setzen. Der Band bietet durch seine Gestaltung ausreichend Platz zum Hineinschreiben. Der Leser kann neben den Texten oder den Bildern eigene Gedanken festhalten. In einer solchen kreativen Auseinandersetzung wird der Band zu einem Begleiter für Auseinandersetzungen zu einem Thema, das allzu leicht von der Geschwindigkeit und Lautstärke des Alltags überlagert wird. Christa Spilling-Nöker: "Behutsam will ich dich begleiten" Gedanken für die Stunden des Abschiednehmens. Kiefel-Verlag, Gütersloh 2002, 48 Seiten, mit meist farb. Illustrationen, 12,95 Euro |
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Quelle: L'Osservatore Romano, Wochenausgabe in deutscher Sprache. | |
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