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Nachdem wir während unseres Rom-Aufenthaltes einen ausführlichen Rundgang durch den Petersdom - einschließlich der Schatzkammer (Tesoro) - absolviert haben, wollen wir den bekannten deutschen Friedhof auf dem Gelände des Vatikanstaates, den Campo Santo Teutonico, besuchen. Wir halten uns nach dem Verlassen von St. Peter rechts, gehen durch die Kolonnaden und erreichen wenige Schritte weiter ein offenes Tor, | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| das allerdings von einem Schweizer Gardisten in Paradeuniform bewacht wird. Ich erkundige mich nach dem Zugang zum Campo Santo Teutonico, und er gibt uns (nachdem er sich nach der Anzahl der Mitglieder unserer Gruppe erkundigt hat) tatsächlich den Weg frei. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Der Campo Santo Teutonico vom Eingang her gesehen und die Tafel mit Erläuterungen (Foto oben: GSt; Foto rechts: AM) |
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"Der Friedhof und die der Santa Maria della Pieta geweihte Kirche laden auf einem Boden zur Einkehr ein, aus dem in einer nur selten erlebbaren Weise Geschichte zu uns spricht. (...) Hier entstand nach dem Bau des Petersdomes ein Friedhof, in dem seit dem zweiten Jahrhundert Pilger, vor allem aus deutschsprachigen Ländern, bestattet wurden und der seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts den Namen Campo Santa Teutonico, Heiliges Feld, führte. Seit dem achten Jahrhundert wird dieser Friedhof mit der sogenannten Frankenschola, eine Fremden- und Pilgerkolonie, in Verbindung gebracht, deren Gründung auf Karl den Großen zurückgeht." (Prof. Dr. Herbert Schambeck) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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"Zwischen Sankt Peter und der neuen Audienzhalle liegt der Campo Santo Teutonico, die älteste deutsche Nationalstiftung in Rom. Der von einer hohen Mauer umgebene Bezirk erscheint unauffällig, aber selbst dem flüchtigen Besucher offenbart sich bald der Reiz dieses geschichtsmächtigen Fleckens. In der Antike befand sich hier der Zirkus des Nero, der Schauplatz vieler christlicher Martyrien." (aus einem Faltblatt) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Die Außenmauer des Campo Santo Teutonico (Foto: Erika Mager, www.italien.onlinehome.de) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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"Deutliche Kontoren gewinnt der Platz jedoch erst seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, als das Heilige Jahr 1450 viele Pilger nach Rom führte. Damals wurden der Firedhof und seine verfallene Kirche wiederhergestellt und die deutschen Angehörigen der Kurie schlossen sich in einer Armeseelen-Bruderschaft zusammen, die noch heute in weiterentwickelter Gestalt fortbesteht und Träger der Stiftung ist. (...) Im Jahre 1597 folgte die Erhebung des Rechtsträgers zur "Erzbruderschaft Unserer Lieben Frau auf dem deutschen Gottesacker bei Sankt Peter"." (Text: aus einem Faltblatt) |
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Besucher auf dem Campo Santo Teutonico (Foto: WSz) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| "So sehr hat Gott die Welt, also das von ihm Geschaffene, geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für diese Welt dahingibt. Damit steht letzten Endes fest: Die Schöpfung kann gar kein Ende haben, sie geht aufgrund des Kreuzestodes konsequent weiter, eben weil Erlösung möglich geworden ist. Christen besingen diese Tatsache im Lobgesang des Zacharias. Dort heißt es: "Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen." Gott ist auf diese Erde hinabgestiegen, um das Volk zum erhofften Heil zu führen. (...) Das Kreuz ist eben nicht Marterpfahl sondern der Lebensbaum, das Holz, aus dem das neue Leben anbricht." (Matthias Kopp) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Foto (WSz): Der gekreuzigte Christus ist die Mitte des deutschen Friedhofes | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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"Dieser Friedhof (...) ist von einer Mauer und Gebäuden umgeben. Auf dem Friedhof stehen überlebensgroße barocke Marmorstatuen von Kirchenvätern aus dem Heiligen Jahr 1700 und in der Mitte ein aus 1857 von Theodor Achtermann stammendes Bronzekreuz. Besonders sei auch auf die Marmorstatue des Christus an der Geißelsäule aus 1895 aufmerksam gemacht. Eindrucksvoll sind an den Wänden des Friedhofs die Kreuzweg- Stationen in Majolikaplatten des Nazareners Friedrich Overbeck. (...) So ist der Campo Santo der Rest einer fortlebenden Geschichte des Miteinander von Nationen, Ländern und Staaten, die eine kulturell religiöse Verbundenheit und Sendung haben, die in der neuen Ordnung des integrierten Europas, wie es Papst Johannes Paul II. immer wieder betont, auch eine Wertegemeinschaft sein sollen. In ihr kann der Glaube an Jesus Christus mit zur Einheit in der Vielheit beitragen. Das hat der Verfasser oft gespürt, wenn er auch zur nächtlichen Stunde aus der Stille des Campo Santo Teutonico himmelwärts emporblickt zur beleuchteten Kuppel von St. Peter, dann verliert sich die Zeit in der Ewigkeit." (Prof. Dr. Herbert Schambeck) |
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Die den deutschen Friedhof umgebende Mauer trägt Kreuzwegstationen, die aus bunten Kacheln hergestellt sind. (Foto: WSz) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||