"Heilige Stiege  -  Zeugnis der Erlösungstat

Gewaltigen Eindruck hat damals die "Scala Santa", die "Heilige Stiege", auf mich gemacht. Kaiserin Helena hat sie aus Jerusalem nach Rom gebracht. Ihre 28 Stufen soll christus bei seiner Verurteilung im Palast des Pilatus hinaufgestiegen sein. Die Kaiserin wollte, dass die Treppe in den Lateranpalast eingefügt werde. Dieser mittelalterliche Sitz der Päpste war ansonsten ein gewaltiger Profanbau mit Türmen und Säulenhallen. Von ihm ist kaum etwas erhalten: Der heutige Lateranpalast liegt gegenüber auf der anderen Straßenseite.

(...) Aber als ich die Heilige Stiege hinaufbetete, verstand ich in meinem Herzen: Hier bist du an einem ganz heiligenOrt. Es war immer noch zu spüren, dass von hier aus über viele Jahrhunderte die Geschicke der Kirche gelenkt wurden. Aber nicht nach irgendeinem Programm: Das "päpstliche Programm" war diese Heilige Stiege, über die Christus zu seiner Verurteilung und Kreuzigung gegangen ist."

(Monsignore Rainer Boeck)
"So groß und uneinholbar unser Glaube ist  - was man gerade in Rom auf Schritt und Tritt spürt -  so sehr richtet er sich an die einfachen Menschen, die sich ein kindliches Herz bewahrt haben. Sie verstehen als erste die christliche Botschaft und sind bereit, sie auch zu leben. Diesen Zusammenhang von der Größe unseres Glaubens und von der Einfachheit des Herzens sollten wir Katholiken in Deutschland noch besser lernen. Ich glaube, die Italiener sind uns da voraus. Aber sie haben ja auch Rom, die Heilige Stiege und ihre Heiligen. An der "Scala Santa" ist mir viel von dem aufgegangen, was Katholischsein heißt. Und dafür bin ich dankbar."

(Monsignore Rainer Boeck)
St. Johannes im Lateran: Fassade
Biographie Johannes des Täufers