R i e t i - T a l :   L a  F o r e s t a

Die nächste Station auf unserer Fahrt durch das Rieti-Tal in Richtung Assisi ist das Marienheiligtum La Foresta, etwa fünf Kilometer von Rieti entfernt. Dieses Tal, etwa auf halber Strecke zwischen Assisi und Rom gelegen, wurde von Franziskus nicht nur als Rückzugsgebiet zum Gebet aufgesucht, sondern auch beispielsweise auf seinen Wegen nach Rom, wo er mehrfach den Papst aufsuchte, durchwandert.

Die Darstellung im Hochaltar der Klosterkirche (Foto rechts) aus dem 17. Jahrhundert zeigt nicht, wie man auf den ersten Blick vermuten könnte, die Muttergottes mit dem Jesuskind, sondern Anna, die Mutter Mariens, mit Maria als Kind.
Foto oben links: im Innenhof / Kreuzgang von La Foresta
Fotos oben rechts und rechts: Marmorstatuen von Franziskus und seinen Gefährten (von L. Ferri)
"La Foresta, in eine Szenerie vollkommenen Friedens versunken, lädt zur Betrachtung ein und erinnert uns an zwei Gegebenheiten, die nur scheinbar voneinander unabhängig sind, in Wirklichkeit aber einander ergänzen. Franziskus, auf der Suche nach Einsamkeit und Gelassenheit, wird als Gast dort aufgenommen. Wie Jesus zieht sich Franziskus vor der Menschenmenge zurück, die Leute folgen ihm aber trotzdem. Viele wollen ihn sehen und ihm zuhören. Der Weinberg des Pfarrers, in dem sich die kleine Kirche von San Fabiano befindet, wird von vielen Menschen besucht, und sie essen alle Trauben auf. Dennoch werden die Reben auf wunderbare Weise doppelt so viel Wein geben wie sonst, 'zur Freude aller Teilnehmer am Gastmahl'. So wird auch die gastfreundliche Aufnahme des heiligen Franziskus vergolten.
La Foresta ist von einer echten, beeindruckenden Schönheit, die uns den Blick des heiligen Franziskus auf die Wunder der Schöpfung ahnen lässt. Daher kann der Sonnengesang, der die versöhnte Welt preist, auch die Wunden des Menschen, seine Leiden und seinen Tod besingen und den Menschen auffordern, deren tiefen Sinn zu begreifen."
(
Massimo Fusarelli OFM in: "Die Franziskanischen Wallfahrtskirchen des heiligen Tals von Rieti")
Gott, Du Vater der Armen, Du hast den heiligen Franz von Assisi auserwählt, Christus ähnlich zu werden. Mache uns bereit, auf den Spuren des heiligen Franz Deinem Sohn nachzufolgen, damit wir in Freude und Liebe mit Dir verbunden bleiben.
Darum bitten wir Christus, unseren Herrn. Amen.
(Kirchengebet)
Die Innenaufnahmen der Kirche des Santuario von La Foresta   - von der Baugeschichte her auf zwei Kirchen zurückgehend, die inzwischen aber ineinander verschmolzen sind -   zeigen den barocken Hochaltar mit einer Darstellung der Heiligen Anna und Maria als Kind (Foto oben links);
Fresken aus dem 15. Jahrhundert in der Apsis der ehemaligen Pfarrkirche (
Foto oben rechts), die Figur links im Bild ist der Heilige Sebastian, hier nicht wie in der Ikonographie eigentlich üblich als Märtyrer von Pfeilen durchbohrt dargestellt, sondern als Mitglied der Kaiserlichen Garde im Soldatengewand;
und das aus einem Baumstamm gearbeitete Lesepult (
Foto rechts).

Wie wir erfahren, werden in La Foresta heutzutage ehemals drogenabhängige Menschen betreut, das Projekt trägt den Namen "Mondo-X". Die gesamte Anlage wurde von ihnen wieder sehr sauber und ordnungsgemäß Instandgesetzt. Wir können bei der Anfahrt bereits die gepflegten Obst- und Gemüsegärten ebenso sehen wie später die schönen Blumen, beispielsweise stehen Töpfe mit prachtvollen Geranien im Kreuzgang des Klosters.
Auf unser Klingeln öffnet uns jemand und ist (obwohl wir gerade zur Mittagszeit eintreffen) auf unsere Anfrage hin auch spontan bereit, uns die Kirche zu zeigen. Und nicht nur die Kirche, er führt uns   - vielleicht mit einem kleinen, durchaus berechtigtem Stolz -   durch die gesamte Anlage und erläutert alles sehr ausführlich. Zum Glück haben wir in unserer Pilgergruppe jemanden mit dabei, der des italienischen fließend mächtig ist, und so wird uns Satz für Satz übersetzt.
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Texte und Auswahl der Zitate, alle Fotos und (c): WSz
Rieti-Tal: Poggio Bostone